Katzenschnupfen


 Vorab: Katzenschnupfen ist ein Sammelbegriff für mehrere Krankheiten der Katze. Auch bekannt unter den Synonymen infektiöse Katzenrhinitis, Katzenpneumonitis, cat flu und Rhinotracheitis infectiosa felis.


Was ist Katzenschnupfen?

Es handelt sich um einen Symptomkomplex, der durch mehrere unterschiedliche Erreger hervorgerufen werden kann. Er betrifft Nase, Maulhöhle und Augen der Katze. Beteiligte Erreger sind verschiedene Herpes- und Caliciviren, Chlamydien-, Bordetellen- und Mykoplasmenbakterien.

Laut offiziellem Statement können diese Erreger parallel auftreten und sich somit gegenseitig begünstigen. Diese etlichen Gemeinsamkeiten berechtigen (angeblich) somit die Sammelbezeichnung. Die Symptome sind je nach Erreger sehr vielfältig bzw. unterschiedlich, sie werden unter dem jeweiligen Erreger erwähnt.


Die Erreger

Felines Herpesvirus-1 (FHV-1)

Herpesviren sind nebst den Caliciviren die häufigste Ursache für einen Katzenschnupfen. Die Erkrankung durch den FHV-1-Virus wird auch Feline Virale Rhinotracheitis genannt.
Dieser Erreger befällt ausschließlich katzenartige Tiere. Außerhalb des Wirtes überlebt dieser Virus maximal 24 Stunden; die gängigsten Desinfektionsmittel wirken zuverlässig gegen diesen Virus. Bereits 24 Stunden nach Kontakt ist der Erreger nachweisbar. Es überlebt nicht bei Temperaturen über 37°, daher befällt es die Schleimhäute im Kopfbereich.

 

Symptome
- starker Nasen- und Augenausfluss
- Bindehautentzündung
- Hornhautschädigung
- Panophthalmitis (Vereiterung der Augen)
- Zungengeschwüre
- Gewebezerfall an der Nasenmuschel
- Fieber
- Appetitlosigkeit
- Niesen
- Abortgefahr bei Trächtigkeit
- Bronchopneumonien (Lungenentzündung)


Die Sterblichkeit ist zumeist sehr gering. Folgeschäden können durch Verwachsungen im Lidbereich bis zur Blindheit reichen. Etwa 80% aller erkrankten Tiere bleiben nach überstandener Infektion Träger dessen.

Die Erkrankung betrifft vorwiegend Jungtiere mit unfertig ausgebildetem Immunsystem.

Felines Calicivirus (FCV)

Caliciviren sind nebst den Herpesviren die häufigste Ursache für Katzenschnupfen. Der Virus wird vorrangig über die Schleimhäute der oberen Atemwege und gelegentlich auch über den Kot ausgeschieden. Wie auch beim Herpesvirus bleibt ein Teil der erkrankten Tiere auch nach ausgeheilter Krankheit ein lebenlang Träger dessen.

Symptome
Phase 1
- Erregervermehrung in den Rachenmandeln, der Maulschleimhaut und den Bindehäutern der Augen
- Tag 4-7 Übergang in den Blutkreislauf des gesamten Körpers
- besonders betroffen sind Lunge und Zungenschleimhaut
- Abgeschlagenheit und respiratorische ("die Atemwege betreffend") Symptomatik

- Fieber

- Rhinitis (Entzündung der Schleimhäute)

- Konjunktivitis (Bindehautentzündung)

- Nasenausfluss
- Bronchopneumonie (Lungenentzündung)

- Schleimhautulzeration (Schleimhautgeschwüre) der Zunge oder des Gaumens
- Abortgefahr bei Trächtigkeit
- einige Calicivirenstämme können Lahmheit verursachen

 

Feline Chlamydiose (Feline Pneumonitis)

Die Feline Pneumonitis wird durch das Bakterium Chlamydophila felis hervorgerufen. Sie ist weltweit vertreten und kommt häufig vor.

Symptome

- follikuläre Konjunktivitis ("den Follikel betreffend; von einem Follikel ausgehend" Bindehautentzündung)

- Augenausfluss, ggf. eitrig

- vorrangig auftretend bei Kitten im Alter von 5-12 Wochen

- Allgemeinbefinden meist ungestört

- Lungenentzündung (eher selten) ohne typische Symptome


Feline Bordetella-Infektion (Feline Bordetellose)

Sie wird durch das Bakterium Bordetella bronchiseptica hervorgerufen, sie kann primär (ursprünglich) oder sekundär (nachträglich) durch das Bakterium auftreten. Sie tritt häufig in größeren Katzenpopulationen auftreten; räumlich beengte Haltung, schlechte Belüftung und Stress begünstigen eine Erkrankung.Jungtiere zeigen eine stärkere Symptomatik als Erwachsene.

 

Symptome

- Erkrankung der oberen Atemwege

- allgemeine Schwäche

- Fieber

- Fressunlust

- Husten

- Schnupfen

- Nasen- und Augenausfluss

- Schwellung der Unterkieferlymphknoten

- Atembeschwerden
- abnormale Atemgeräusche

Sind die zuerst genannten Viren nicht an der Erkrankung beteiligt so verläuft sie meist milder.

 

Feline Mykoplasmen-Infektion

Gehört zur Gruppe der Mykoplasmen (kleine, selbstständig vermehrungsfähige Bakterien). Sie ruft selten eine Erkrankung der oberen Luftwege hervor.

Die Erkrankung kann spontan nach 2-4 Wochen ausheilen.


Symptome

- Bindehautentzündung

- Nasenschleimhautentzündung


Warum Impfen?

Die gängigsten Impfstoffe beziehen sich auf Caliciviren (meist nur einer, vllt auch 2 Stämme sind abgedeckt) und die Herpesviren (auch dort nur ein begrenzter Teil). Einige wenige Impfstoffe bieten auch einen angeblichen Schutz gegen die Chlamydienerreger.

Es ist jedoch ähnlich wie beim Zwingerhusten der Hunde. Es werden nur geringe Erreger abgedeckt, selbst unter den einzelnen Erregern ansich gibt es eine Eingrenzung, es werden nicht alle Stämme abgedeckt.

Eine wichtige Information ist ebenso diese: Es wurde beobachtet, dass es bei Erkrankung durch einen Calicivirus zu Mutationen des Virus kommt! Dies bedeutet, das der gesetzte Impfstoff nicht mehr wirken kann. Dies passiert sowohl innerhalb einer Katzenpopulation als auch bei einem Tier!

Im Grunde handelt es sich bei Katzenschnupfen um mehrere Erkrankungen die ähnliche Symptomatik aufweisen. Vorrangig gefährlich ist sie meist für Jungtiere, hält man also die eigentlich selbstverständliche Grundhygiene bei der Kittenaufzucht ein und sorgt für eine optimale Entwicklung des Immunsystems so sind auch Kitten nicht gefährdet. Katzenschnupfen kann homöopathisch begleitet werden und muss nicht mit chemischer Medikation behandelt werden.


Eine Sicherheit bringt die Impfung aufgrund der großen Mutationsfreude nicht!