Chemische Anti - Parasitenmittel

Darreichungsformen

Chemische Anti-Parasiten-Mittel gibt es in verschiedenen Formen zu kaufen. Ich werde es vermeiden hier Marken zu nennen, denn die Nebenwirkungen chemischer Mittel sind beachtlich. Natürlich gibt es einige Tierhalter die es seit Jahren ohne Probleme verwenden oder bei denen bisher keine Alternative funktioniert hat, jedoch möchte ich hier eine Informationsplattform für die Tierhalter bieten die auf natürliche Mittel umsteigen wollen.

Spot-on's

Sind Lösungen die auf die Haut (vorzugsweise im Nacken) geträufelt werden und sich von dort auf die ganze Körperoberfläche verteilen. Sie wirken einige Wochen (meist drei bis vier) gegen verschiedene Parasiten. Die Präparate müssen somit alle paar Wochen erneut auf geträufelt werden, da sonst der Schutz nicht mehr vorhanden ist. Es gibt auch Spot-on's die von innen heraus wirken, diese sollen dann auch einen aktiven Schutz gegen Wurmbefall bieten. Tiere die mit
einem Spot-on behandelt wurden dürfen 48 Stunden nicht gebadet werden und dürfen das Mittel nicht ablecken (daher auch die Position im Nacken). Bei mehreren Tieren im Haushalt sollte darauf geachtet werden, dass sich die Tiere nicht gegenseitig putzen – dies kann unter Umständen lebensbedrohliche folgen haben.

Halsbänder

Wie der Name schon sagt handelt es sich hier um Bänder die dem Tier für den Zeitraum der Wirkungsdauer um den Hals gelegt werden. Im Gegensatz zu Spot-on's wirken Halsbänder über Wochen und Monate hinweg. Der Wirkstoff wird nach dem Anlegen kontinuierlich an den natürlichen Fettfilm der Haut und an die Haare abgegeben, und wird so nach und nach über die gesamte Hautoberfläche verteilt.
Je nach Marke sollte bedacht werden, dass die Halsbänder vor dem Baden in Gewässern abgenommen werden müssen, da sie ihre Toxine sonst ins Wasser abgeben und die darin befindlichen Lebewesen schädigen können.
Bei Katzen, vor allem solchen mit Freigang, sollte auf ein Halsband grundsätzlich verzichtet werden! Die Gefahr der Strangulation hat schon einigen Haustigern das Leben gekostet.

Tabletten

Auch hier ist offensichtlich – es handelt sich um eine Tablette, diese ist erst neu auf dem Markt erhältlich. Eine Wartezeit bis die Wirkung eintritt besteht laut Hersteller nicht. Es gibt verschiedene Dosierungen (je nach Körpergewicht, wie bei den anderen Darreichungsformen auch). Je nach Parasitenart soll die Wirkung 2-3 Monate anhalten, dann ist eine neue Verabreichung der Tablette nötig. Der Wirkstoff gelangt von innen in die Blutbahn des Tieres, saugt nun ein Floh oder eine Zecke am Wirtstier so nimmt es den Wirkstoff auf und stirbt. Die Wirkung soll innerhalb von 8-12 Stunden nach Saugen des Parasits eintreten.

Spray's

Ein Spray kennt jeder. Vorrangig sind diese im Bereich der Umgebungssprays zu finden, das sind Sprays die nicht für die Anwendung am Tier sondern für Liegeplätze, Kratzbäume und andere Polster gedacht sind. Es gibt aber auch Sprays die für die Anwendung
am Tier gedacht sind. Die Wirkungsdauer ist bei Flöhen etwa 40-90 Tage und bei Zecken etwa 14 bis 30 Tage. Das Spray wird auf das Fell des Tieres gesprüht und gegen den Strich einmassiert. Eine genaue Dosierung, zur Vermeidung von Vergiftungen (durch Überdosierung), ist nicht möglich. Das Spray muss jeden Monat erneut aufgetragen werden.


Wirkstoffe

Eine kurze Übersicht über die am gängigsten verwendeten Wirkstoffe in chemischen Parasitemitteln.


Achtung!
Präparate mit den Wirkstoffen Moxidectin, Selamextin und Milbemycin sollten bei MDR1-Defekt gemieden werden.

Amitraz

Ein Wirkungshemmer für Octopamin (Neurotransmitter im Nervensystem wirbelloser Tiere). Erzeugt eine Übererregbarkeit und folgende Lähmung und Tod des Parasiten. Abbau erfolgt über Leber und Niere.

Deltamethrin

Ein Nervengift, sorgt für dauerhafte Öffnung der Na+-Kanäle in den Nervenzellen. Erzeugt unkontrollierbare Nervenimpulse, führt zur Lähmung und dann zum Tod. Bei zu geringer Dosierung wird der Wirkstoff von den Parasiten abgebaut – dies soll durch Zugabe weiterer Wirkstoffe verhindert werden.

Fipronil

Ein Kontaktgift, dass über das Exoskelett in das Zentralnervensystem eindringt und die Gamma-Aminobuttersäure hemmt. Ist auch für Mensch und Tier toxisch, durch Beigabe von Bitterstoffen soll die Aufnahme durch Kinder und Haustiere verhindert werden.

Imidacloprid

Wird durch eine mehrstufige Reaktion mit Ethylendiamin, Natriumborhydrid, Bromcyan und Salpetersäure gewonnen. Ein Kontakt- sowie Fressgift. Vorrangige Verwendung als Insektizid für Pflanzen, wirkt am nikotinischen Axcetylcholinrezeptor der Nervenzellen. Da es nicht abgebaut wird löst es einen Dauerreiz aus der die chemische Signalübertragung stört.

Lufenuron

Ein Chitinhemmer (Chitin ist ein wesentlicher Bestandteil der Zellwand von Parasiten), der sich im Fettgewebe des Haustieres speichert. Von dort aus wird er nach und nach an das Blut abgegeben. Er wirkt vorrangig auf weibliche Parasiten und führt zu einer Störung der Biosynthese (in Eierstöcken und den Eiern) die eine Entwicklung der Larven verhindert. Wird meist mit einem anderen Mittel kombiniert um auch die adulten Parasiten abzutöten.

Metaflumizon

Ein Nervengift und Natriumkanalhemmer der die Reizleitung bei Insekten beeinträchtigt und damit zu Lähmung und zum Tod führt.

Methopren

Hemmt die Entwicklung unreifer Stadien von Parasiten. In Kombination mit anderen Wirkstoffen um auch adulte Parasiten abzutöten.

Milbemycin

Ein Nervengift, dass die Membrandurchlässigkeit der Nerven- bzw. Muskelzellen erhöht. Dadurch kommt es zur Membranspannung in den Zellwänden und zu einer Blockierung der Erregungsüberleitung.

Moxidectin

Gehört zur Gruppe der Milbemycine (siehe oben) und hat daher die selbe Wirkung.

Permethrin

Ein Kontakt- und Fressgift mit breitem Wirkungsspektrum. Wird über die Körperoberfläche aufgenommen und ist ein Natriumkanalhemmer. Darf nicht bei Katzen angewandt werden, da sie dort viel toxischer wirken.

Selamectin

Ein Nervengift, dass die Membrandurchlässigkeit der Nerven- bzw. Muskelzellen erhöht. Dadurch kommt es zur Membranspannung in den Zellwänden und zu einer Blockierung der Erregungsüberleitung.


Nebenwirkungen

Chemische Parasitenpräperate haben natürlich auch ihre Schattenseite. Alle von mir aufgeführten Nebenwirkungen können sowohl in „leichter“ Form als auch in sehr extremen Maßen auftreten.

  • Juckreiz (bis zum blutigen Aufkratzen der Haut)
  • Kahle Stellen / Haarausfall
  • Schuppenbildung
  • Vermehrtes Speicheln
  • Neurologische Erscheinungen (Depression, Lähmungen)
  • Erbrechen
  • Hautrötungen
  • Ekzeme
  • Fress- und Trinkunlust (bis zur Verweigerung)
  • Durchfall