Die alternativen Methoden

Es gibt wirklich einige Methoden um Parasiten ganz ohne Chemie zu bekämpfen. Ich werde alle mir bekannten Möglichkeiten hier einmal erläutern und werde ebenfalls jeweils notieren ob diese Mittel für Flöhe, Zecken und/oder Würmer hilfreich sind und auf welche Art und Weise. Ich möchte noch einmal ausdrücklich (!) darauf hinweisen, dass auch mit alternativen Mitteln verantwortungsbewusst umgegangen werden muss. Einige Mittel sind wenn
überhaupt nur mit Bedacht oder aufgrund der Bedenklichkeit gar nicht zu verwenden, da das Risiko einer Schädigung des Tieres zu enorm ist.


Grundsätzlich gilt: Nicht nur der Mensch kann Biowaffen bauen, Mutter Natur weiß sich auch selbst zu schützen! Und so kann es auch bei eigentlich natürlichen Dingen zu Vergiftungserscheinungen kommen. Vorarbeit ist das A und O bei Flohbefall.

Wenn ein Flohbefall vorliegt gelten folgende Grundregeln:

Alles waschbare ab in die Waschmaschine bei mind 60°; größere Textilien
die nicht in die Maschine passen sollten sie gründlichst absaugen und wenn möglich mit einem Dampfreiniger bearbeiten. Staubsaugen ist ebenfalls sehr wichtig, am besten zweimal täglich so gründlich es geht. Auch sollte das Tier wenn möglich gebadet werden – Flöhe ertrinken ;)

Ätherische Öle

Sind lösliche Auszüge aus Pflanzen oder Pflanzenteilen, die einen - je nach Herkunftspflanze – starken und charakteristischen Geruch haben. Sie bestehen größtenteils aus einem Gemisch verschiedener Terpene, Sesquiterpene (Untergruppe der Terpene) oder aromatischen Verbindungen.


Bitte nicht für Katzen verwenden!


Die Öle enthalten sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die der Pflanze dazu
dienen können, Insekten zur Bestäubung anzulocken, Schädlinge fernzuhalten und sich gegen Krankheiten zu schützen. Sie setzen sich aus vielen verschiedenen chemischen Verbindungen zusammen und sind fettlöslich (enthalten aber keine Fette) – somit verdampfen sie rückstandsfrei. Die innere Anwendung von ätherischen Ölen kann zu schweren Gesundheitsschäden führen.


Das Auftragen auf die Haut kann zu Hautreizungen führen – nur verdünnt verwenden.

Es gibt sehr viele verschiedene ätherische Öle und auch einige davon kann man – einzeln oder als Kombination – zur Parasitenabwehr nutzen. Da dies hier aber absolut den Rahmen sprengen würde, bitte ich – informiert euch selbst wie die Öle anzuwenden sind.

  • Eukalyptus
  • Geranium
  • Lavendel
  • Pfefferminze
  • Rosmarin
  • Süßgras
  • Zedernholz
  • Zitrone

Gewürze

Auch unsere Küchenkräuter und Gewürze bieten mehr als nur ein schmackhaftes Essen. Einige sind kleine Wunder gegen Flöhe und Zecken. Doch auch hier sollte man wieder auf die Terpene hinweisen, seien sie also vorsichtig bei der
Anwendung.

Bohnenkraut

Kochen Sie einen Topf Wasser auf und geben sie reichlich Bohnenkraut in das kochende Wasser. Deckel drauf, Herd ausmachen und den Sud bei geschlossenem Deckel abkühlen lassen. Danach durch ein Küchentuch filtern und in eine Sprühflasche füllen. Den Hund entgegen des Fellwuchses gründlich einsprühen. Bei Flohbefall kann man diese Prozedur täglich durchführen – zur Vorbeugung einmal die Woche wiederholen.

Chilisamen

Immer wieder lese ich auch von Chilisamen die in Kombination mit Zitronensaft, Speiseöl und Wasser angesetzt werden. Ich habe diese Methode nie selbst versucht und werde es auch nicht. Einen Grund dafür habe ich auch: Wir stellen selber Sambal Oelek her, dass ist eine Paste bzw. Würzsauce auf Chili-Basis. Wir nutzen diese gern für scharfe Speisen. Auch habe ich das Sambal Oelek auf der eigenen Haut angewandt um eine extreme Verspannung zu lösen und ich rate dazu es NICHT am Tier anzuwenden. Die Öle im Chili bzw. den Chilisamen sind wirklich SEHR scharf. Natürlich leckt sich ein Mensch nicht die Haut selber sauber – unsere Tiere tun dies sehr wohl. Es brennt wie Zunder auf der Zunge und auch die Haut fängt an heiß zu werden.
Wer meint es dennoch benutzen zu müssen tut dies gegen den Rat meinerseits.

Essig

Eines der wohl am häufigsten auftretenden Hausmittel im WWW bei Flohbefall ist der haushaltsübliche Essig. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, so z.B. eine Essigspülung die nach dem Baden genutzt wird um das Tier nochmals abzuwaschen. Dafür benötigt man 1 Teil Essig und 2 Teile Wasser. Vorbeugend kann man ebenfalls ein Spray herstellen, hier nutzt man 1 Teil Apfelessig zu 2 Teilen Wasser und füllt dies in eine Handsprühflasche. Damit sprüht man das Fell des Tieres täglich ein.

Knoblauch

Auf sehr vielen Seiten zur Tiergesundheit wird immer wieder vor verschiedenen
natürlichen Mitteln aus der Küche gewarnt, so auch beim Knoblauch. Man solle ihn gänzlich meiden er ist giftig für Hunde. Aber wie bei allen anderen Dingen heißt es auch hier „Die Dosis macht das Gift!“ man kann sich auch mit anderen Dingen vergiften wenn man zu viel davon einnimmt. Der Vorteil den man hier hat (gerade für Menschen mit kleineren/leichteren Tieren) ist, dass man selbst die Dosis festlegt. Ein kleiner Pinscher brauch logischerweise weniger als eine Deutsche Dogge (das selbe gilt übrigens auch für etliche andere Zwiebelgewächse vor denen gewarnt wird). Bei Impfungen ist es z.T. nämlich so das ein 3kg Hund die selbe Menge bekommt wie ein 50kg Hund, worauf auch leichtere/kleinere Hunde eher reagieren können.


Außerdem sollte gesagt sein: Ein absolutes Heilmittel gibt es nicht, auch bei korrekter Anwendung kann es durchaus passieren, dass sich mal eine Zecke auf ihr Tier verirrt und sollte z.B. der Stubentiger mit Freigang durch ein Zeckennest spazieren, hilft auch die größte Chemiebombe nichts – da können mehr als genug hängen bleiben. Einige Knoblauchzehen zerdrücken und mit etwas heißem Öl ansetzen – etwas ziehen lassen, damit die Wirkstoffe in das Öl übergehen. Dieses Öl auf das Fell des Tieres verteilen und einwirken lassen – danach mit kalten Wasser abspülen. Auch innerlich kann Knoblauch angewendet werden, einfach etwas zerdrückten Knoblauch mit unters Futter mischen. Seien sie mit der Dosierung hier lieber etwas vorsichtiger als „zu spendabel“.


Einige Hundehalter berichten über eine Unverträglichkeit. Ich selbst kann dies nicht bestätigen, wir nutzen dies nur in der warmen Saison und aller höchstens einmal die Woche – in den letzten zwei Jahren hatten wir vielleicht 4 Zecken, damit können wir leben. Sowohl Flöhe als auch Zecken mögen den intensiven Knoblauchgeruch nicht und flüchten.

Salz

Vor allem für Teppiche ist es gut geeignet, dazu sollte das Salz so feinkörnig wie möglich sein. Streuen sie das Salz großzügig auf den Teppich und lassen es ruhig einige Zeit einwirken (ca. 30min) danach gründlich saugen. Am Tier selbst ist eine Meersalzspülung zu empfehlen mit der der Hund nach dem baden noch einmal gespült wird (äußerlich nicht innerlich) – es hilft gegen den Juckreiz und verhindert einen Neubefall.

Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl wird vorwiegend zur Zeckenabwehr genutzt. Allgemein hat es eine wunderbar sagenhafte Wirkung bei verschiedener Krankheiten bei Menschen. Jedoch muss erwähnt werden, dass der Anteil der Terpene doch recht hoch ist – bei kaltgepresstem Öl soll er geringer sein. Auch bei empfindlichen Menschen können diese übrigens (auch wenn nur leicht vorhanden) schwach toxisch wirken und verursachen Magenbeschwerden oder kleine Rülpser.

 

Aufgrund der aktuell auftretenden Häufigkeit:
Auch Hunde reagieren sehr auf die dauerhafte (auch bei minimalsten Dosen) Gabe von Schwarzkümmelöl, vorrangig sieht man dies in den erhöhten Leberwerten. Ich rate also davon ab, Schwarzkümmelöl zur Zeckenabwehr für Tiere zu nutzen!

Holzerzeugnisse

Neemöl (Niem/Margosa)

Der Neembaum wächst in Indien. Immer wieder liest man von Empfehlungen Neemöl als Flohabwehr. Das mag zutreffen, jedoch kann es bei Katzen auch hier zu toxischen Nebenwirkungen bis hin zum Tod durch Vergiftung kommen. Grund hierfür ist ebenfalls der Enzymmangel der Katze, der das im Neem vorhandene Azadirachtin nur sehr langsam abbauen kann und somit eine Vergiftung zur Folge hat. Azadirachtin, der Hauptwirkstoff des Öls, wirkt auf den Hormonhaushalt der Schädlinge, indem es die Synthese von Chitin stört. Dadurch wird verhindert, dass sich die Larven erfolgreich häuten und verpuppen können. Damit können die Insektenlarven nicht zum nächsten Schritt im Wachstumszyklus übergehen.


Ich werde diesbezüglich KEINE Anwendungshinweise geben, denn ich halte es für keine gute Alternativlösung beim Parasitenbefall! Es gibt weitaus bessere Methoden die sehr viel weniger Probleme mit sich bringen und die man auch gefahrlos an Katzenhalter weiterempfehlen kann.
Ich rate von der Behandlung bei Katzen mit Neem dringend ab!
Wer es unbedingt bei seinem Hund nutzen möchte der tut dies auf eigene Verantwortung.

Zedernholz

Vorrangig wird Zedernholz zur Umgebungsbehandlung angewendet. Hierbei einfach etwas Zedernholz oder auch Zedernholzspäne in ein Baumwolltuch wickeln und unter die Liegekissen der Tiere legen. Flöhe mögen den Geruch gar nicht und flüchten. Das geht auch bei den eigenen Betten,
sollte der Befall all zu stark sein.

Eine Gefährlichkeit für Katzen ist mir, mit Ausnahme des Ätherischen Öls, nicht bekannt.
Ich habe auch schon von Katzen gelesen, die Gegenstände aus Zedernholz sehr interessant fanden, ich kann hierzu aber keine Erfahrungen nennen.

Früchte

Zitronen & Orangen

Eine ganz einfache Methode sich ein eigenes Flohspray
herzustellen, entweder aus Zitronen oder auch aus Orangen. Man schneidet die beliebige Frucht in Scheiben und kocht diese in Wasser. Diesen Sud lässt man über Nacht stehen und füllt ihn am nächsten Tag in eine Sprühflasche. Nun wird es auf das Fell des Tieres gesprüht und schön einmassiert.

Kokosnuss

Eines der Mittel die man wirklich ohne große Bedenken und auch auf viele verschiedene Arten verwenden kann. Kokos ist ein wahres Wundermittel und auch für Katzen gut verwendbar (unsere lieben es). Vorrangig geht es hier um Zecken und Würmer, eine Hilfe bei Flohbefall kann aber nicht ausgeschlossen werden.


Kokosflocken (wir nutzen hier die ganz normalen aus der Backabteilung) nutzt man zur inneren Anwendung gegen Würmer. Sie sorgen für ein wurm-widriges Darmmilieu und wirkt leicht abführend (habe ich bisher nicht beobachten können), auch bei Wurmbefall können die Stoffe der Kokosnuss helfen.


Kokosöl (BIO und kaltgepresst – nicht das Kokosfett was es in Blocken gibt) – hat eine feste Struktur wird aber bei wärmeren Temperaturen sehr schnell flüssig und sollte daher im Sommer am besten in kühlen Räumen oder dem Kühlschrank gelagert werden. Es ist sowohl zur inneren Anwendung als Futterbeigabe geeignet als auch zur äußerlichen Anwendung. Innerlich ca. einen halben Teelöffel, bei größeren Hund bis zu einem Esslöffel täglich mit unters Futter mischen. Zur äußeren Anwendung nehmen sie einfach etwas Kokosöl aus dem Glas, es wird sofort in ihren Händen anfangen zu schmelzen, damit
reiben sie das Fell ihres Tieres ein. Dies ist eine sehr effektive Hilfe gegen Zecken. Dies sollte in der Hochsaison am besten täglich vor dem Spaziergang angewandt werden, da die Tiere es unter Umständen auch vom Fell runter lecken (ist aber auch schmackhaft).

Kräuter

Auch Kräuter lassen sich gut zur Parasitenabwehr nutzen. Um ein eigenes Flohpuder herzustellen zerstößt man die gewünschten Kräuter einfach mit Mörser und Stößel und füllt dies in eine kleine Puderdose (z.B. vom Babypuder) und pudert damit den Hund ein, auch gegen Zecken kann dies helfen.


Bevorzugt werden hier vor allem – in getrockneter Form – Lavendel, Rosmarin, Salbei, Thymian und Zitronenmelisse. Diese kann man einzeln oder in Kombination verwenden. Für kleine Nähmeister können sie die Kräuter auch in ein Halstuch einnähen und dem Hund um den Hals binden.

Für Katzen kann so ein Puder sparsam verwendet werden, als
Halsband nicht (Strangulationsgefahr).

Testen sie aber bitte vorher, ob ihr Tier keine Probleme mit den Gerüchen der Kräuter (oder des einzelnen Krautes) hat oder eventuell allergisch reagiert.


Kieselgur/Kieselerde

Kieselgur ist ein sehr feines, mehlartiges Pulver. Gu(h)r stammt aus dem niederdeutschen und bedeutet soviel wie „feuchte, aus dem Gestein ausgärende Masse“.

 

Es ist der noch nicht so bekannte Held in der Flohbekämpfung. Die Kieselgur wird vorsichtig auf das Tier gepudert und etwas einmassiert. Die Parasiten
sterben durch Austrocknung, dies wirkt auch bei den Eiern. Empfohlen ist eine Behandlung im Freien, da es ziemlich staubig ist. Auch sollte darauf geachtet werden, dass weder sie noch das Tier den Staub einatmet.

 

Auch die Umgebung kann man mit Kieselgur einpudern und nach einiger Einwirkzeit wieder absaugen. Mit Kissen und Decken verfährt man am besten mit Hilfe eines Müllsackes. Alles in den Sack rein und Kieselgur dazu, Sack schließen und ordentlich durchschütteln und ruhig einige Zeit geschlossen stehen lassen bevor man es wieder rausholt.


Aufgrund vieler zufriedener Anwender kann Kieselgur nur wärmstens empfohlen werden. Im Zusammenspiel mit dem regulären Putzwahn den man unbedingt einhalten sollte wenn man einen Flohbefall hat, ist man diese Plagegeister schnell los. Bei einem stärkeren Befall kann es natürlich auch da einige Zeit dauern bis man es geschafft hat. Man sollte niemals erwarten das einem mit bisschen Fingerschnippen alle Flöhe freiwillig das Haus verlassen.

 

Kieselerde tut es übrigens auch.